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Willkommen auf dem Hülfensberg

Coronakrise - Halt an, wo läufst du hin?

Impuls zu Angelus Silesius

Die Coronakrise hält derzeit die ganze Welt an. Straßen, die normalerweise überfüllt sind, plötzlich menschenleer.  Angelus Silesius (Mystiker 1624-1677) will uns mit der Frage „Halt an, wo läufst Du hin“ zum Innehalten bewegen. Vor der Coronakrise sind wir vielfach durch den Alltag gehastet, ohne darüber nachzudenken, ob all unser Rennen  nötig ist.
Manchmal handeln wir gegen unsere Natur, tun Dinge, weil „man“ sie tut, aber nicht weil ich es will.
Die Coronakrise kann eine  Chance sein, den Alltag noch mal auf den Prüfstand zu stellen, und zu fragen, was ich denn eigentlich in meinem Leben suche. Was macht mein Glück aus? Muss ich fortwährend rennen?
In der Bibel hören wir, dass Gott Mose mitten in der Wüste mit folgenden Worten anspricht: „Zieh deine Schuhe aus, der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden.“ (vgl. Ex 3, 1-11).
Dies war kein besonderer Ort – nicht der Tempel. Man muss nirgendwo hinrennen oder weit wegfliegen, um das große Glück zu finden. Es lässt sich da finden, wo man jetzt ist: in der Wohnung, am Arbeitsplatz, halt mitten im Alltag. So fährt denn auch Angelus Silesius seinen Ausspruch fort:

Halt an, wo läufst du hin?
Der Himmel ist in Dir.
Suchst Du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.

Nehmen wir die Coronakrise als eine Chance, um in uns hineinzuhorchen und somit die innere Stimme Gottes und uns selbst besser kennenzulernen.